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Freiwilligenprogramm der Don-Bosco Stiftung in Indien
Geschrieben von marion am 06.03.26 um 8:39 Uhr • Artikel lesen
Marlene Ott (19 Jahre) aus Halblech berichtete beim Frauenfrühstück des Katholischen Frauenbundes Steingaden über ihr Jahr Aufenthalt in Indien. Die Idee sich auf die Reise ins Ausland zu begeben, reifte schon länger in ihr." Ich wollte nach dem Abitur noch etwas anderes sehen ,bevor ich ein Studium oder eine Ausbildung beginne. Ein Vortrag über den "Entwicklungspolitischen Freiwilligendienst" mit Don-Bosco Volunteers hat sie letztendlich dazu inspiriert, eine andere Kultur kennenzulernen und zugleich mit etwas Sozialem zu verbinden. Gemeinsam mit einer weiteren jungen Frauen traten sie die lange Flugreise nach Coimbatore, einer Stadt in Südindien an. Von dort aus ging es nach Salem, wo sich das Don-Bosco-Care Home befindet. Es ist ein Wohn-und Zufluchtsort für ca. 40 Jungen im Alter von 6-21 Jahren. Alle Jungen, die dort betreut werden sind seit ihrer Geburt HIV infiziert. Bei regelmäßiger Einnahme der HIV
Medikamente wird das Virus unterdrückt und bricht nicht aus. Die Gefahr einer Ansteckung besteht nur bei direktem Blutkontakt (offener Wunde) Ihre Aufgabe dort war, mit den kleineren Jungen Englisch zu lernen und für sie die Bezugsperson zu sein. Das Care-Home ist für sie ein sicherer Ort -hier bekommen sie Essen, Bildung und medizinische Betreuung. Indien ist ein sehr buntes Land mit uralten Traditionen, die bis heute lebendig sind und mit großen Festen gefeiert werden. Das indische Erntedankfest wird beispielsweise farbenfroh und fröhlich mit Musik, Tanz und kunstvollen Dekorationen aus Reis und Blüten begangen. "Die Menschen haben dort keinen großen Wohlstand, erfreuen sich um so mehr an den kleinsten Dingen und sind immer freundlich", sagt sie etwas nachdenklich. Während der langen Zeit erlebte sie aber auch die andere Seite Indiens: Armut, das Leid der Menschen und vermüllte Gegenden. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft weit auseinander. Die indische Kultur kann mit der religiösen Kultur nicht gleich gesetzt werden. Die meisten Menschen in Indien sind Hindus. Man erlebt Offenheit und gegenseitigen Respekt zwischen den Religionen. Jedoch auch nicht immer.
Marlene Ott passte sich schnell an das Leben vor Ort an. "Ich habe alltägliche indische Kleidung getragen und zu festlichen Anlässen den traditionellen Sari, was natürlich schon etwas gewöhnungsbedürftig war", lacht sie. Natürlich gab es auch Tage, an denen sie Heimweh nach Halblech hatte oder an ihre Grenzen kam. "Dieses Jahr hat mich verändert und ich habe viele bleibende Eindrücke gesammelt" so von Marlene Ott auf den Punkt gebracht. Im Herbst diesen Jahres wird sie wahrscheinlich mit dem Studium der Psychologie beginnen.
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