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"Wer loslässt, hat die Hände frei" - Von der Kunst der Gelassenheit
Geschrieben von marion am 11.03.26 um 8:04 Uhr • Artikel lesen
38 Frauen vom Katholischen Frauenbund Steingaden gönnten sich einen Tag der Auszeit für einen gemeinsamen Besinnungstag in der Bildungs-u. Erholungsstätte Langau. Das Thema des Tages lautete: "Wer loslässt ,hat die Hände frei"- Von der Kunst der Gelassenheit
Referentin war die Diplomtheologin und Referentin der Frauenseelsorge im Bistum Dr. Elisabeth Therese Winter.
Was bedeutet Loslassen ?
Wer aufmerksam auf sein Leben schaut begegnet immer wieder Erfahrungen von Loslassen. Für viele Eltern bedeutet es eine große Veränderung wenn die Kinder aus dem Haus gehen und ihr eigenes Leben wählen. Plötzlich ist man in der Partnerschaft wieder viel stärker aufeinander angewiesen und herausgefordert. Erfahrungen im beruflichen Umfeld . Der Arbeitsplatz kann nicht mehr gehalten werden und man muss sich verändern, ob man will oder nicht. Beziehungen zu Freunden verändern sich, manche zerbrechen ,von manchen ist man sehr enttäuscht, weil man es anders erwartet hat. Das Bild vom Freund stimmt nicht mehr. Äußere Veränderung an sich selbst - Das Älterwerden. Man muss auf Einiges verzichten und spürt das nicht mehr Alles so geht wie früher. Es fällt schwer, es anzunehmen.
Auch der Glaubensweg hat sich im Laufe des Lebens verändert.
Loslassen bedeutet, alte Muster zu durchbrechen, sich von Vergangenem zu lösen und Raum für Neues schaffen. Es fällt oft schwer diesen Schritt zu gehen. Gewohnheit, Ängste oder das Bedürfnis nach Sicherheit hindern daran. Vergebung ist ein wesentlicher Aspekt des Loslassens. An negativen Emotionen festhalten blockiert die Lebensenergie. Wer anderen vergibt, gibt sich selbst die Freiheit das Leben neu zu gestalten. Aus dem ständigen Balancieren von Halten und Lassen erwächst eine Grundhaltung - die Tugend der Gelassenheit. Es empfiehlt sich in kleinen Schritten zu beginnen und einen " Gang herunterzuschalten" um gelassener zu werden. Unsere Zeit leidet an der permanenten Eilkrankheit. Die Symptome sind Vergleichzeitigung und Beschleunigung. Der Mensch sucht das pausenlose Glück und möchte Dinge und Menschen kontrollieren.
Ein bekanntes Gebet lautet: Gott gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen ,die ich nicht ändern kann, den Mut ,Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. An diesem Besinnungstag konnten die Frauen wieder Kraft schöpfen und den inneren "Tank "auffüllen. Manches konnte jeder für sich erfahren, anderes im Austausch miteinander und in der gemeinsamen Feier der Liturgie zum Abschluss des Tages.
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